8 stycznia 2018 n3w.mod3l

Tourguide-System – Ratgeber für Kauf- oder Mietinteressierte

1. Zu Beginn ist zu überlegen, wie das System genutzt werden soll, d.h.
a. Kommen eher kurze oder lange Reisen in Frage – 1-2-tägige City-Breaks oder 7-14-tägige Rundreisen?
b. Geht es eher um Bus- oder Flugreisen, oder holt die Gruppe die Geräte im Büro ab und geht dann in die Stadt?
c. Umfasst mein Angebot Reisen innerhalb von Europa oder auch auf andere Kontinente?

Die Antwort zu a) beeinflusst die Wahl der Energieversorgung – entweder Einmalbatterien oder Akkus plus Ladegerät. Ein Ladegerät ist schwerer als ein normaler Koffer für die Geräte. Außerdem findet es nicht jeder Reiseführer angenehm, ein Ladegerät auf eine 10-tägige Flugreise mitzunehmen. Bei Rundreisen hingegen kann das Ladegerät die ganze Zeit über im Reisebus deponiert werden.

Für kurze 1-, 2- oder 3-tägige Reisen genügt eine Batterie mit einer Betriebsdauer von bis zu 20 Std. Diese lässt sich leichter transportieren.

Antwort b) Busreisen – s.o. – häufig kaufen Kunden Ladegeräte, da die Mitnahme eines schwereren Koffers kein Problem darstellt.

Flugreisen – bei 7-, 10- oder 14-tägigen Flugreisen entscheiden sich Reisebüros eher selten für Ladegeräte und Akkus, sondern wählen Einmalbatterien und ein Modell mit 2 Stück AA-Batterien, die für bis zu 30 Betriebsstunden reichen.

Verleih für Stadtbesichtigungen – die Geräte können dauerhaft im Ladegerät verbleiben und von dort aus an die Gruppe ausgegeben werden.

Zu c). Falls dasselbe Gerätemodell in Europa, Asien und z.B. Amerika genutzt werden soll, sollte der Kauf eines mit universeller Frequenz funktionierenden Systems überlegt werden, die in den meisten Ländern weltweit verfügbar ist (d.h. 2,4 GHz). Eventuell kann auch nach einem System gefragt werden, das mit 2 oder 3 Frequenzen funktioniert. Die in Europa ohne Lizenz zulässige Frequenz ist 863-865 MHz. Dieselbe Frequenz wird auch in Nordamerika und im Nahen Osten genutzt, d.h. in Ländern, in denen diesbezüglich keine strengen Regelungen existieren.

2. Tourguide-System für den Tourismus – Definitionen und wichtigste Bestandteile:
a. Definition – das Tourguide-System ist ein Set, bestehend aus einem Sender mit Mikrofon und einem Empfänger mit Kopfhörern. Der Reiseführer spricht während der Besichtigungstour in den Sender, wobei jeder Teilnehmer einen eigenen Empfänger nutzt. Die Kommunikation erfolgt nur in eine Richtung, d.h. vom Sender auf eine beliebige Anzahl von Empfängern. Es existieren auch Systeme mit 2 Richtungen, diese sind aber im touristischen Bereich nicht sehr verbreitet.
b. Kanäle – die Tourguide-Systeme verfügen üblicherweise über mind. 16 Kanäle. Dabei handelt es sich um vom Hersteller dauerhaft einprogrammierte Übertragungsfrequenzen. Im Falle eventueller Störungen auf einem Kanal kann die Gruppe auf einen anderen Kanal wechseln. So können z.B. in einem Objekt oder gar in einem Raum mehrere Reiseführer mit mehreren (oder sogar mehreren Dutzend) Gruppen arbeiten – jede über einen anderen Kanal. Verschiedene Hersteller stellen ihre Kanäle auf verschiedenen Frequenzen ein. Dank der Kanäle kann z.B. außerdem simultan gedolmetscht werden.
c. Ladegerät – Gerät zum Aufladen von Batterien (AA- oder Lithium-Ionen-Akkus) für Empfänger und Sender. Da Empfänger und Sender mit speziellen Kontakten ausgerüstet sind, werden die Geräte zum Laden in die Kuhle (Slot) des Ladegeräts gesteckt. Das Ladegerät hat üblicherweise die Form eines Koffers.
d. Mikrofon – das Mikrofon wird an den Sender des Stadt-/Reiseführers angeschlossen. Gute Systeme verfügen über universelle Mikrofon- und Kopfhörerbuchsen des Typs Jack 3,5 mm. Es gibt unterschiedliche Arten von Mikrofonen – Ansteckmikrofone (mit Klammer), die an Krawatte oder Kragen befestigt werden können, flexible Mikrofone (für Hals oder Hand) sowie die für Reiseführer am praktischsten professionellen Kopfmikrofone mit eingeschränkter Aufnahmereichweite. Ein solches Mikrofon „hört“ nur das, was der Reiseführer sagt (selbst im Flüsterton), überträgt aber keine Geräusche aus der Umgebung.
e. Kopfhörer – die Kopfhörer werden an die Empfänger der Reisegäste angeschlossen. Im Tourismusbereich werden fast immer Kopfhörer für ein Ohr verwendet. Aus Sicherheitsgründen sowie für den Komfort sollte das zweite Ohr frei bleiben. Es wird zwischen Mehrweg- und Einwegkopfhörern unterschieden. Bei der erstgenannten Variante sollten Muschelkopfhörer (die nicht ins Ohr gesteckt, sondern aufgesetzt werden) eingesetzt werden, um ein Minimum an Hygiene zu gewährleisten. 100% Hygiene garantieren jedoch nur Einmalkopfhörer.

3. Der magische Begriff „digital”
Es hat sich der Glaube eingebürgert (nicht immer zurecht), dass alles was digital ist, besser ist. Ein Digitalfernseher oder -fotoapparat werden als besser angesehen, als analoge Geräte, usw.
Bei der Tourguide-Technologie hat der Einsatz der digitalen Übertragungsmodulation Einfluss auf bestimmte Eigenschaften konkreter Gerätemodelle, allerdings hängt die Nützlichkeit dieser Eigenschaften von den Funktionen ab, die von den Tourguides erwartet werden – und diese werden schließlich nicht ausschließlich im Tourismusbereich eingesetzt.

Vor allem allerdings gibt es keinen qualitativen Unterschied bezüglich der Stimmübertragung zwischen sog. digitalen und sonstigen Tourguide-Systemen.

Digitale Systeme haben üblicherweise eine deutlich kürzere Reichweite (30-40 Meter Luftlinie) und einen höheren Energieverbrauch (kürzere Batterielaufzeit).

Dafür stehen bei digitalen Modellen normalerweise mehr Kanäle zur Verfügung, was z.B. bei der Ausstattung eines großen Museums mit einem Tourguide-System von Bedeutung ist, wo an ein und demselben Ort bis zu 50 oder noch mehr Reiseführer arbeiten können.

4. Keine Angst vor Tourguides
Wer ein Mobiltelefon bedienen kann, kommt auch mit einem Tourguide-Empfänger klar. In der Praxis beschränkt sich die Bedienung auf das Einschalten, die Regulierung der Lautstärke, eventuell den Wechsel des Kanals und das Ausschalten, obwohl die meisten Modelle automatisch abgeschaltet werden, wenn keine Übertragung durch den Sender stattfindet.

5. Komfort und Sicherheit
Obwohl Tourguide-Systeme in polnischen Reisebüros noch vor 5 Jahren als Luxus galten, gehören sie heute immer häufiger bereits zum Standard, den die Touristen erwarten.
Außerdem generieren sie auch deutliche Einsparungen für Reisebüros, da das Entleihen von Geräten vor Ort in Paris oder Rom teuer werden kann. In vielen Museen ist die Nutzung von Tourguides bereits Pflicht, und in letzter Zeit haben auch einige Städte in Europa (z.B. in Kroatien) bei Gruppenbesichtigungen die Verwendung von Tourguide-Systemen zur Pflicht gemacht. Dies ist aus ökologischer Sicht auch durchaus verständlich. Touristen verreisen, um sich zu entspannen – und bereits der Lärm eines einzigen laut sprechenden Reiseführers in einer engen Straße ist manchmal kaum zu ertragen, besonders wenn dabei Megafone zum Einsatz kommen. An populären Reisezielen treffen häufig nicht nur zwei, sondern noch viel mehr Gruppen aufeinander – man kann sich also leicht vorstellen, was dort los ist … Tourguide-Systeme vermeiden Lärm und Chaos und sorgen für Ordnung. Die Besichtigung wird diskret gehalten, selbst in Kirchen oder anderen Kultstätten und ehrwürdigen Orten.

Die Verwendung eines Tourguide-Systems ist nicht nur aus offensichtlichen Gründen für Reiseführer und Touristen bequem, sondern gewährleistet darüber hinaus auch Sicherheit. Häufig hat der Reiseleiter wichtige organisatorische Informationen mitzuteilen und es ist wichtig, dass diese von allen gut verstanden werden. Auch wenn sich die Gruppe auf einer großen Fläche verteilt hat, ist dies kein Problem. Alle bekommen genau mit, was der Reiseleiter sagt und können sich dabei nicht verirren – solange die Reichweite der Übertragung vorhanden ist und der Reiseleiter mitteilt, wo er sich befindet, können sich alle Reisegäste sicher fühlen.

6. Kauf oder Miete
Obwohl Tourguide-Systeme seit der Einführung auf dem polnischen Markt deutlich günstiger geworden sind, muss für ein Set für eine 50-köpfige Gruppe dennoch mit Kosten von 8-10 000 PLN gerechnet werden.

Einige kleinere Reisebüros haben Sorge, ob die gekauften Geräte in der nächsten Saison auch zu 100% ausgelastet werden. In diesem Fall könnte die Pacht eines Sets in Frage kommen, die in bestimmten Fällen vorteilhafter sein kann.

Dies gilt insbesondere für die langfristige Miete, bei der die Kosten für einen Empfänger bei nur 60-70 Groschen pro Tag liegen können.
Beim einmaligen Ausleihen liefern große Verleihfirmen (z.B. tourguidewynajem.pl oder luka-tour.pl) die Geräte an einen gewünschten Ort innerhalb Polens.

7. 2-in-1-Systeme
Immer beliebter werden Systeme des Typs 2 in 1, d. h. Tourguide-Systeme, bei denen der Reiseleiter zu bestimmten Zeitpunkten zuvor aufgenommene Texte abspielen kann. Darüber hinaus kann das 2-in-1-System von einer Vertretung des Reiseleiters genutzt werden, die im richtigen Moment den Reisegästen die entsprechenden Aufzeichnungen einschaltet (die zuvor von einem erfahrenen Reiseführer eingespielt wurden).

Das ist aber noch nicht alles: die modernsten 2-in-1-Systeme, wie z.B. Okayo OmniGuide verfügen über die Möglichkeit, mehrsprachige Gruppen zu führen. Dies ist insbesondere bei der Bedienung von Sehenswürdigkeiten von Bedeutung, die von Gruppen aus verschiedenen Ländern besucht werden, ebenso in sog. Hop-on-hop-off-Bussen, beliebten Sightseeing-Elektroautos oder Besichtigungen auf Schiffen und Booten. Der Reiseleiter schaltet zum gewünschten Zeitpunkt eine Aufzeichnung ein, die jeder Gruppenteilnehmer in seiner zuvor gewählten Muttersprache hört. Selbstverständlich müssen die Aufzeichnungen in verschiedenen Sprachen zuvor geschrieben, übersetzt und aufgenommen werden, aber auch diese Dienstleistungen sind auf dem Markt als Paket verfügbar (z.B. systemtourguide.com).

Ratschläge von Experten und erfahrenen Tourguide-Nutzern
1. Niemals einen zweiten Sender auf denselben Kanal schalten. In diesem Fall kommt es zu Störungen oder Übertragungsunterbrechungen. Die meisten Systeme mit einer Funktionsrichtung funktionieren nur mit einem Sender pro Kanal.
2. Nutzen Sie Geräte mit Referenzen, vermeiden sie kaum bekannte Marken. Falls ein Modell oder ein Set von vielen Firmen genutzt wird, darunter auch Großunternehmen, dann kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass die Qualität gut ist.
3. Verwenden Sie Markenbatterien oder -akkus, am besten aus industriellen Serien. Kaufen Sie nicht die billigsten Modelle über Allegro.
4. Haben Sie immer einen Sender extra pro Gruppe in der Hinterhand. Falls der einzige Sender während der Reise verloren geht oder beschädigt wird, sind die übrigen mehreren Dutzend Empfänger nutzlos.
5. Kaufen/entleihen Sie 1-2 Empfänger mehr, als Sie benötigen. Es kommt zwar selten vor, es kann aber passieren, dass ein Reisegast sein Gerät verliert (häufig werden Geräte später wieder aufgefunden).
6. Markieren Sie Ihre Geräte mit einem Aufkleber (Logo und Internetseite).
7. Die Verwendung von Einmalkopfhörern vereinfacht die Organisation – es ist nicht notwendig, nach jeder Reise mit Desinfektionsmittel zu hantieren und (was leider vorkommt) die verknoteten Kabel von Mehrwegkopfhörern zu entwirren.
8. Einige Betreiber überlassen die Wahl der Kopfhörer den Kunden – kostenlose Mehrwegkopfhörer oder Einwegkopfhörer gegen eine geringe Gebühr.
9. Gute Geräte sind robust – manchmal fehlt einfach die Zeit, die Empfänger in der Tasche zu verstauen. Bei der Prüfung der Referenzen des Modells sollten Sie auch nach der Robustheit des Gehäuses fragen.
10. Kaufen Sie bei autorisierten Händlern mit entsprechender Garantie und Service innerhalb Polens. Die Geräte sollten CE-zertifiziert, das Herkunftsland sollte angegeben, die technische Spezifikation vorhanden und die Marke des Herstellers auf dem Gehäuse sichtbar sein.
11. Bevor Sie sich zum Kauf entscheiden, leihen Sie das gewünschte Modell aus und probieren Sie es aus.
12. Nach der Saison sollten verschmutzte Bänder ausgetauscht werden.
13. Ihr Unternehmen ist groß, Sie haben viele Gruppen und Reiseziele im Angebot? Arbeiten Sie mit Einmalbatterien und -kopfhörern. Damit vereinfachen Sie Ihren Reiseleitern und sich selbst das Leben.
14. Ihr Unternehmen ist noch größer? Pachten Sie langfristig Anlagen.
15. Versichern Sie Ihre Geräte, das muss nicht teuer sein.

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